Wirtschaftsberatung mit Weitblick

Newsletter April 2021

Steuerliche Behandlung der Corona-Förderungen

 

Bei der Vielzahl an verschiedenen Förderungen zur Abmilderung der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie stellt sich auch die Frage, wie die einzelnen Förderungen steuerlich zu behandeln sind. Nicht jede Förderung ist automatisch steuerfrei.

 

Folgende Maßnahmen werden aus „steuerfreien“ Corona-Töpfen finanziert und sind somit steuerfrei:

- Fixkostenzuschuss I und II (800)

- NPO-Unterstützungsfonds

- COVID-Investitionsprämie

- Härtefallfonds

- Verlustersatz

- Verdienstentgang nach Epidemiegesetz

- Kurzarbeitsbeihilfe

 

Hingegen nicht steuerfrei sind dezidiert der Umsatzersatz sowie der Ausfallsbonus.

 

Um beurteilen zu können, ob diese Steuerfreiheit beim Steuerpflichtigen auch tatsächlich ankommt, ist auch das Abzugsverbot für Aufwendungen nach § 20 Abs. 2 EStG bzw. § 12 Abs. 2 KStG (Betriebsausgabenkürzung) zu beachten. Das Abzugsverbot bringt zum Ausdruck, dass fehlender Steuerpflicht auf der einen Seite ein Abzugsverbot auf der anderen Seite gegenüberstehen muss.

Kommt das Abzugsverbot zur Geltung, haben die zuvor steuerbefreiten Förderungen durch die Aufwandskürzung wieder eine Erhöhung der Steuerbemessungsgrundlage zur Folge, sofern der Förderung ein Aufwand gegenübersteht. Das Abzugsverbot besagt nämlich, dass Aufwendungen nicht abgezogen werden dürfen, soweit sie mit nicht steuerpflichtigen Einnahmen in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehen.

Durch diesen Umweg wird dort, wo ein direkter Zusammenhang zwischen den steuerfreien Förderungen und den Ausgaben besteht, wieder steuerlich hinzugerechnet, wobei es im Endeffekt zu einer Neutralisierung der Steuerfreiheit der Förderung kommt. Fraglich ist hierbei also, bei welchen Förderungen ein direkter Link zwischen der Förderung und den Ausgaben besteht.

 

Hier eine überblicksmäßige Einstufung pro Förderung:

 

- Härtefallfonds: zielt auf den Einkommensersatz ab. Kein Zusammenhang zu den Ausgaben, somit echt steuerfrei, kein Abzugsverbot.

 

- Verdienstentgang gem. Epidemiegesetz: Ersatz des Verdienstes, kein Zusammenhang mit den Ausgaben, also echt steuerfrei.

 

- Corona-Kurzarbeit (Kurzarbeitsbeihilfe): unmittelbarer Zusammenhang zw. Förderung und Personalkosten. Der geförderte Personalaufwand muss hinzugerechnet werden, dadurch wird die Steuerbemessungsgrundlage höher und die Steuerersparnis neutralisiert sich.

 

- Fixkostenzuschuss I und II (800): Verknüpfung von Fixkosten und Förderung führt zu einem Abzugsverbot. Angesetzter geförderter Unternehmerlohn ist jedoch echt steuerfrei.

 

- Verlustersatz: Förderung ist mit Ausgaben verknüft, deshalb Abzugsverbot.

 

- Umsatzersatz: ist explizit steuerpflichtig, das Abzugsverbot ist nicht anwendbar.

 

 

 

- Ausfallsbonus: ist steurpflichtig. Der Teil des Bonus, der einen Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss II (800) darstellt, wird zum Zeitpunkt der Gegenrechnung in einen Fixkostenzuschuss II (800) umgewandelt und ist ab diesem Zeitpunkt steuerfrei, wobei für diesen Teil auch das Abzugsverbot zum Tragen kommt.

 

- Investitionsprämie: ist echt steuerfrei, keine Kürzung der Anschaffungskosten / Herstellungskosten für die bezuschusste Investition.

 

Automatische Verlängerung Abgabenstundung

COVID-19-bedingt ist es durch das 2. COVID-19-Steuermaßnahmengesetz zu einer Verlängerung von Abgabenstundungen bis Ende Juni 2021 gekommen. In einer BMF-Auskunft wurde nunmehr klargestellt, wie diese Erleichterung für die betroffenen Steuerpflichtigen möglichst unbürokratisch umgesetzt wird. Dabei kann zwischen den folgenden Szenarien unterschieden werden:

 

- Bereits bestehende Stundungen werden bis zum 30.6.2021 verlängert. Zusätzlich werden all jene Abgaben, die bis zum 31.5.2021 fällig werden, in diese Stundungen miteinbezogen, indem von Gesetzes wegen der 30.6.2021 als Zahlungstermin festgelegt wird. Wurde beispielsweise Mitte Februar 2021 die Stundung aller Abgabenschuldigkeiten eines Steuerpflichtigen bis zum 31.3.2021 bewilligt, so wird diese Stundung nunmehr automatisch bis zum 30.6.2021 verlängert. Dies gilt auch für alle zwischenzeitlich anfallenden laufenden Abgaben - die Verlängerung bewilligter Stundungen ist in FinanzOnline ersichtlich.

 

- Von der Vereinfachung profitieren auch jene Abgabenpflichtigen, die bislang keine Abgabenstundung beantragt haben und nunmehr (d.h. seit 1.10.2020) eine vereinfachte Antragstellung durchführen können. Wird also bis spätestens 31.5.2021 erstmals eine Stundung beantragt, so wird diese automatisch bis zum 30.6.2021 gewährt. Außerdem haben alle ab der Bewilligung der Stundung hinzukommenden Abgaben, die zwischen 1.10.2020 und 31.5.2021 fällig werden, ebenfalls den 30.6.2021 als Zahlungstermin.

Ausfallsbonus für März erhöht

Für März 2021 wurde der Bonus-Anteil des Ausfallsbonus von normalerweise 15% des Umsatzausfalls auf grundsätzlich 30% des Umsatzausfalls erhöht und wird mit EUR 50.000,- gedeckelt.

 

 

Die steuerliche Behandlung des Ausfallsbonus ist stark durch die Aufteilung in Bonus und Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss gekennzeichnet. Eine Umsatzsteuerpflicht liegt allerdings keinesfalls vor, da der Ausfallsbonus mangels Leistungsaustausch einen nicht steuerbaren Zuschuss darstellt. Da jener Teil, der auf den Bonus entfällt, Zahlungen zum Ersatz entgangener Umsätze darstellt, ist er einkommen- bzw. körperschaftsteuerpflichtig. Der Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss muss hingegen zwingend mit einem später beantragen Fixkostenzuschuss gegengerechnet werden. Sofern kein Fixkostenzuschuss beantragt wird, muss der Vorschuss zurückgezahlt werden. Sobald der Vorschuss in einen tatsächlichen Fixkostenzuschuss umgewandelt wird, liegt ein steuerfreier Zuschuss vor. Aufwendungen bzw. Ausgaben, die mit dem erhaltenen Fixkostenzuschuss in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, sind anteilig um den erhaltenen Zuschuss zu kürzen (im Detail ist auf die durch den Fixkostenzuschuss anteilig ersetzten Fixkosten abzustellen).

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